Die Gewaltspirale im Umgang mit dem Hund und warum sie niemals zum Ziel führt.
Ein Hund kommt nicht „schwierig“ auf die Welt - er bringt Genetik mit sich. Was wir als Problemverhalten sehen, ist fast immer ein Ausdruck von Stress, Unsicherheit oder Überforderung und genau hier beginnt oft eine gefährliche Spirale.
Der Hund hört nicht. Wir werden ungeduldig. Die Stimme wird lauter. Die Hand härter. Der Druck größer.
Für einen kurzen Moment scheint es vielleicht zu funktionieren. Der Hund weicht zurück, erstarrt oder gibt nach. Doch das ist kein Lernen. Das ist Angst.
Und Angst zerstört Vertrauen.
Aus Unsicherheit wird Meideverhalten. Aus Druck entsteht Gegendruck. Aus Frust wird Wut – auf beiden Seiten. So schaukelt sich alles hoch. Der Hund fühlt sich weniger sicher, reagiert stärker oder zieht sich zurück. Wir werden noch strenger, noch kontrollierender. Und plötzlich stehen wir in einer Gewaltspirale, aus der niemand als Gewinner hervorgeht.
Nicht der Hund. Und auch nicht wir.
Denn echte Zusammenarbeit entsteht nicht durch Einschüchterung. Sie entsteht durch Beziehung.
Hunde lernen am besten, wenn sie sich sicher fühlen. Wenn sie verstanden werden. Wenn sie Orientierung statt Strafe bekommen. Das bedeutet nicht, alles durchgehen zu lassen. Es bedeutet Führung – aber ruhig, klar und fair. Der wichtigste Schritt beginnt deshalb nicht beim Hund. Er beginnt bei uns. Unsere Emotionen zu regulieren. Tief durchzuatmen, wenn Frust hochkommt. Nicht impulsiv zu reagieren, sondern bewusst zu handeln. Denn nur wer selbst ruhig bleibt, kann Sicherheit geben.Training ist kein Machtkampf. Es ist Kommunikation.
Und genau dabei begleite ich euch. Ich helfe euch, euren Hund zu verstehen, Stressmuster zu erkennen und neue Wege zu gehen – ohne Druck, ohne Angst, ohne Gewalt. Stattdessen mit Struktur, Vertrauen und einem klaren Plan. Damit aus Gegeneinander wieder Miteinander wird und aus Unsicherheit echte Verbindung.
Ihr müsst diesen Weg nicht allein gehen. Ich unterstütze euch dabei.
Erste Hilfe am Hund
Unser Seminar am 28.11.2025 in Großenhain zum Thema Erste Hilfe am Hund war ein richtig schöner Abend. Gemeinsam mit euch wurde daraus ein lehrreicher Seminarabend, an dem wir viel Wissen teilen und viele Fragen klären konnten. Vielen Dank, dass ihr dabei wart und diesen Abend so angenehm gemacht habt. Alle Einnahmen des Seminars gehen an den Großenhainer Tierschutzverein e. V.

13.09.2025
Spendenspaziergang für den Großenhainer Tierschutzverein e.V.
...schön, dass ihr dabei wart !
...ein sonniger Samstag begleitete uns zum Spaziergang - wir sind uns einig, es besteht dringende Wiederholung ! Glückliche Hunde, gemütliches Spazieren und gute Gespräche, danke für diese schöne Runde !
Alle Spenden gingen zu Gunsten des Großenhainer Tierschutzverein e.V. und wurden am vergangenen Dienstag feierlich übergeben.
Warum Hunde im Winter frieren können – und ein Mantel keine Vermenschlichung ist
Hunde sind keine kleinen Wölfe mehr, die das ganze Jahr draußen leben. Viele von ihnen verbringen den Großteil ihres Alltags in warmen Wohnungen, auf beheizten Böden und auf dem Sofa. Genau das hat Einfluss auf ihren Körper – und auch auf ihr Fell.
Grundsätzlich können Hunde frieren. Vor allem kleine Hunde, kurzhaarige Rassen, ältere Tiere, Welpen oder Hunde mit wenig Unterwolle verlieren bei Kälte schnell Körperwärme. Nässe, Wind und langes Stillstehen verstärken diesen Effekt zusätzlich. Zittern, eine angespannte Körperhaltung, langsames Laufen oder das ständige Anheben der Pfoten sind typische Anzeichen dafür, dass ein Hund bereits auskühlt.
Ein Wintermantel ist in solchen Fällen kein modisches Accessoire und auch keine Vermenschlichung, sondern schlicht eine sinnvolle Schutzmaßnahme. Er hilft, die Körpertemperatur stabil zu halten, Muskeln warm zu halten und das Risiko für Verspannungen oder Erkältungskrankheiten zu senken.
Oft wird angenommen, dass Hunde automatisch ein dichtes Winterfell entwickeln. Das stimmt nur teilweise. Hunde, die überwiegend draußen leben – etwa klassische Hofhunde oder Arbeitshunde – bilden tatsächlich meist eine ausgeprägte Unterwolle aus. Diese dient als natürliche Isolationsschicht gegen Kälte.
Bei Hunden, die hauptsächlich im Haus leben, ist dieser Effekt häufig deutlich schwächer. Durch die konstanten warmen Temperaturen wird der Fellwechsel weniger stark durch die Jahreszeiten gesteuert. Viele Wohnungshunde entwickeln daher ein dünneres Winterfell oder behalten einen eher gleichbleibenden Felltyp über das Jahr hinweg. Das ist normal und kein gesundheitliches Problem, bedeutet aber, dass diese Hunde kälteempfindlicher sein können.
Ein Mantel ersetzt also nicht die Natur, sondern gleicht einen Lebensstil aus, den wir Menschen geschaffen haben. Ihn zu nutzen heißt nicht, den Hund zu „vermenschlichen“, sondern seine tatsächlichen körperlichen Bedürfnisse ernst zu nehmen.
Entscheidend ist nicht, ob ein Hund einen Mantel trägt, sondern ob er friert. Und das sollte man weder ignorieren noch belächeln – denn Kälte ist für Hunde genauso unangenehm und belastend wie für uns.
Hundepfoten im Winter – unterschätzte Gefahr durch Streusalz
Im Winter sind Hundepfoten besonderen Belastungen ausgesetzt. Kälte, Eis und scharfkantiger Splitt beanspruchen die Ballen stark. Eine der größten, oft unterschätzten Gefahren ist jedoch Streusalz.
Streusalz entzieht der Haut Feuchtigkeit und greift die natürliche Schutzschicht der Ballen an. Die Folge sind trockene, spröde und rissige Pfoten. In diesen feinen Rissen kann sich das Salz festsetzen und weiter einwirken. Dadurch entstehen Reizungen und Entzündungen, die sich schnell verschlimmern können.
Für den Hund bedeutet das häufig echte Schmerzen. Das Brennen setzt meist schon während des Spaziergangs ein und verstärkt sich, sobald das Salz in kleine Verletzungen eindringt. Viele Hunde beginnen zu humpeln, heben die Pfoten an oder lecken sie auffällig häufig. Manche verweigern sogar das Weiterlaufen, weil jeder Schritt unangenehm oder schmerzhaft ist.
Zusätzlich besteht die Gefahr, dass der Hund das Salz beim Ablecken der Pfoten aufnimmt. Das kann nicht nur die gereizte Haut weiter schädigen, sondern auch Magen-Darm-Probleme verursachen.
Regelmäßige Kontrolle der Pfoten, das Abspülen mit lauwarmem Wasser nach dem Spaziergang und schützende Pfotenpflege können helfen, Schäden vorzubeugen. So lässt sich vermeiden, dass der Winter für den Hund mit unnötigen Schmerzen verbunden ist.
Maulkorb
Noch immer begegnet man im Alltag vielen Vorurteilen, sobald ein Hund mit Maulkorb unterwegs ist.
„Der beißt bestimmt“, denken viele – und gehen automatisch auf Abstand. Doch nicht jeder Hund, der einen Maulkorb trägt, ist gefährlich oder hat ein Problem mit Menschen oder seiner Umwelt. Oft ist es genau das Gegenteil: Der Maulkorb ist ein Zeichen dafür, wie verantwortungsbewusst der Halter handelt – gegenüber anderen und gegenüber seinem eigenen Tier.
In öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bus oder Bahn ist der Maulkorb sogar Pflicht, unabhängig vom Verhalten des Hundes.
Manche Hunde tragen ihn, weil sie draußen schnell etwas vom Boden aufnehmen – und das kann im schlimmsten Fall giftig oder gefährlich sein. In solchen Situationen schützt der Maulkorb nicht nur die Umwelt vor dem Hund, sondern vor allem den Hund vor der Umwelt.
Ein Hund mit Maulkorb kann genauso gut an unserer Gesellschaft teilhaben wie jeder andere.
Er hat Halter, die sich mit seinen Bedürfnissen auseinandersetzen und Wege finden, ihm Sicherheit zu geben. Gerade für Menschen mit reaktiven oder verhaltensauffälligen Hunden ist es oft ein langer Weg zurück in ein normales Alltagsleben. Jeder wünscht sich wohlerzogene Hunde – doch nur wenige möchten sehen, wie viel Geduld, Training und Konsequenz es tatsächlich braucht, um dorthin zu kommen.
Rehabilitation ist ein individueller Prozess. Sie kostet Zeit, Nerven und manchmal Überwindung – sowohl für den Hund als auch für den Menschen. Hinter einem Maulkorb steckt oft eine Geschichte: negative Erfahrungen, die der Hund gemacht hat, oder Schutzmechanismen, die der Halter entwickelt, um allen Beteiligten ein sicheres Miteinander zu ermöglichen.
Jedes Lebewesen hat sein eigenes Bedürfnis nach Abstand. Dieser Abstand sollte respektiert werden – ohne vorschnelles Urteilen, ohne Stempel.
Ein Maulkorb ist kein Makel. Er ist ein Hilfsmittel. Und er zeigt vor allem eines, verantwortungsvolle Hundehaltung.
Hilfe, mein Hund ist weg - was soll ich tun ?
Wenn ein Hund plötzlich verschwindet, ist die erste Reaktion oft Panik. Wichtig ist jedoch, einen kühlen Kopf zu bewahren und gezielt vorzugehen. Informiere Freunde, Bekannte und Nachbarn, damit möglichst viele Augen mithelfen können. Kontaktiere umliegende Tierheime, Tierschutzvereine und – wenn nötig – auch den Tierarzt. Eine Suchanzeige bei TASSO oder anderen Haustierregistern erhöht die Chance, dass dein Hund schnell wiedergefunden wird. Auch Förster oder Jäger in der Umgebung sollten informiert werden, da Hunde sich oft weiter entfernen, als man denkt. Zusätzlich kann professionelle Unterstützung durch Pettrailer-Teams helfen, die mit speziell ausgebildeten Suchhunden arbeiten. Je schneller du handelst und je strukturierter die Suche organisiert wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, deinen Hund gesund und sicher zurückzubekommen.
Damit es gar nicht erst zu einer Notsituation kommt, ist eine gute Vorbereitung entscheidend. Ein zuverlässiger Rückruf ist dabei absolute Pflicht – dein Hund sollte jederzeit abrufbar sein, auch wenn er stark abgelenkt ist. In vielen Gebieten gilt zudem Leinenpflicht, besonders in Städten, an Straßen oder in wildreichen Gegenden. Deshalb ist es wichtig, auf eine stabile Leine und ein gut sitzendes Halsband oder Geschirr zu achten, das nicht verrutschen oder reißen kann. Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen erhöhen die Chancen, dass dein Hund gar nicht erst verloren geht oder im Notfall schnell wiedergefunden wird. Ein GPS-Tracker am Halsband ermöglicht es, ihn zu orten. Ebenso unverzichtbar ist die Kennzeichnung durch einen Chip und die Registrierung bei Organisationen wie TASSO. Ergänzend kann ein einfacher Adressanhänger mit Telefonnummer am Halsband bereits dafür sorgen, dass Finder direkt Kontakt aufnehmen können. Auch das häusliche Umfeld sollte sicher gestaltet sein. Ein ausbruchssicher eingezäunter Garten verhindert, dass der Hund unbeaufsichtigt entweicht. Neben der Ausstattung spielt das Training im Alltag eine große Rolle. Regelmäßige Übungen zu Rückruf, Leinenführigkeit und Impulskontrolle festigen die Bindung und sorgen dafür, dass dein Hund im entscheidenden Moment auf dich hört. Wer diese Punkte berücksichtigt, schafft die besten Voraussetzungen dafür, dass der Hund sicher an seiner Seite bleibt und gemeinsame Spaziergänge entspannt und sorgenfrei verlaufen.
Wenn ein Hund wegrennt, verstärkt Nachlaufen nur seinen Fluchtinstinkt – er wird sich noch weiter entfernen. Bewahre Ruhe, vermeide hektische Bewegungen und versuche ihn stattdessen mit ruhiger Stimme oder einer Belohnung zu dir zurückzuholen.
Hilfreich kann es auch sein, am Ort des Verschwindens etwas Vertrautes zu hinterlassen, zum Beispiel eine Decke oder Kleidungsstücke mit deinem Geruch. Viele Hunde kehren dorthin zurück, wenn die Aufregung nachlässt. Ergänzend lässt sich hier eine kleine Futterstelle einrichten, um den Hund zum Verweilen zu bewegen, bis er gefunden wird. Einige Hunde suchen auch selbst den Weg nach Hause.
-Freunde, Bekannte, Nachbarn aufmerksam machen
-Polizei und Ordnungsamt informieren
-umliegende Tierheime und Tierschutzvereine informieren
-ggf. Tierarzt informieren
-Tasso Suchanzeige
-umliegende Förster informieren
-professionelle Hilfe durch Pettrailer
Ich möchte einen Hund !
Seit Jahrhunderten werden Rassehunde gezüchtet, viele mit großem Erfolg, andere jedoch bis hin zu Qualzuchten, die schwere gesundheitliche Probleme mit sich bringen.
Es ist daher wichtig, Menschen dafür zu sensibilisieren, solche Zuchten nicht zu unterstützen. Aus diesem Grund greifen viele lieber zu einem Mischling, in der Annahme, dass diese grundsätzlich gesünder seien. Doch so einfach ist es nicht, denn im Internet findet man die wildesten Verpaarungen, bei denen Rassen aufeinandertreffen, die charakterlich überhaupt nicht zusammenpassen und dadurch enormes Konfliktpotenzial bergen können. Natürlich entscheiden am Ende vor allem Sozialisierung und Prägung über das spätere Verhalten eines Hundes, dennoch spielt die Genetik eine entscheidende Rolle – sowohl gesundheitlich als auch in Bezug auf die Veranlagungen. Wir alle kennen sie, die Hütehunde, die "plötzlich" das Kind auf dem Roller hüten möchten, oder der Jagdhund, der scheinbar über Nacht seinen Jagdtrieb entdeckt. Genau deshalb sollte das Verpaaren von Hunden nicht dem Zufall überlassen werden, sondern kontrolliert erfolgen, und das hartnäckige Gerücht, eine Hündin müsse mindestens einmal im Leben Welpen haben, gehört endgültig widerlegt. Etwas anders verhält es sich bei Hunden aus dem Tierschutz. Sie sind bereits auf dieser Welt, oft ausgesetzt, beschlagnahmt oder ins Tierheim abgegeben und verdienen eine Chance, ohne dass dadurch weiteres Leid entsteht. Wer sich für einen Hund entscheidet, sollte deshalb den Züchter sehr genau prüfen – seriöse Züchter sind gemeldet und geben ihre Tiere ausschließlich mit Papieren (nicht nur mit Impfausweis) ab – oder sich bewusst für den Tierschutz entscheiden, wo unzählige kleine Seelen auf ein Zuhause warten. Dabei ist jedoch wichtig zu verstehen, auch Tierschutzhunde oder Hunde vom Züchter können gesundheitliche Probleme mitbringen, ebenso wie Mischlinge. Allein die Tatsache, dass ein Hund ein Mischling ist, macht ihn nicht automatisch gesünder. Am Ende geht es nicht um ein pauschales „besser“ oder „schlechter“, sondern darum, Verantwortung zu übernehmen und mit Bedacht zu wählen, um kein neues Leid zu unterstützen.



















